FERTIGHAUSTRÄUME

Das Land der Einfamilienhaus-Besitzer

2018 investierten die Käufer im Schnitt für ein Einfamilienhaus 241.684 Euro, um 15.865 Euro oder +7,0% mehr als 2017 – und gar +30,6% mehr als noch vor fünf Jahren. „Diese Preissteigerung bei Einfamilienhäusern war seit Beginn der RE/MAX-ImmoSpiegel-Analysen 2009 die zweithöchste, nur von 2016 auf 2017 war sie höher und lag damals bei +8,4%“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Wien bleibt vor Tirol teuerstes Bundesland, Burgenland mit 139.000 Euro Schlusslicht. Kitzbühel mit im Schnitt 1,4 Mio. Euro für ein Einfamilienhaus vor Innsbruck und Stadt-Salzburg teuerster Einfamilienhaus-Bezirk.

In Niederösterreich wurden 2018 in Summe 3.749 Einfamilienhäuser verbüchert. Das sind 29,5% des gesamten Einfamilienhaus-Marktes in Österreich, im Vorjahr waren es 30,3%. Der Mengenzuwachs betrug +429 Einfamilienhäuser (+12,9%) mehr als 2017 und führt zu einem neuen blau-gelben Allzeithoch.

Der Wert der verkauften Einfamilienhäuser in Niederösterreich lag 2018 bei 853 Mio. Euro und damit um +21,7% Mio. Euro über dem Vergleichszeitraum 2017. Im Fünf-Jahres-Rückblick hat der Einfamilienhaus-Markt in Niederösterreich seit dem schwachen Jahr 2013 um +92,0% zugelegt.

Die Berechnungen der RE/MAX-Experten ergaben für niederösterreichische Einfamilienhäuser 2018 typischerweise einen Kaufpreis von 205.611 Euro und damit um +8,1% mehr als 2017. Ein Viertel der niederösterreichischen Einfamilienhäuser kostete 2018 weniger als 104.738 Euro. Sie haben im Schnitt um +8.000 Euro im Preis angezogen. Ein Viertel kostete mehr als 298.000 Euro. Sie stiegen im Schnitt um +23.000 Euro.

Hotspot um Wien und Idylle im Wald- und Weinviertel

In Niederösterreich ist die Einfamilienhäuser-Preisschere zwischen dem billigsten und dem teuersten Bezirk so groß wie in keinem anderen Bundesland: Einerseits das Wiener Umland mit den Spitzenpreisen in den Bezirken Mödling, Tulln, Baden, Korneuburg, Bruck/Leitha, St. Pölten/Land, andererseits die Regionen im oberen Wald- und Weinviertel mit Waidhofen/Thaya, Gmünd, Zwettl, Horn, Hollabrunn und Mistelbach. „Im Extremfall bekommt man rein rechnerisch um den Preis eines Einfamilienhauses im Bezirk Mödling sechs im Bezirk Waidhofen an der Thaya", so Mag. Anton Nenning, Managing Director von RE/MAX Austria.

Die meisten Einfamilienhäuser wurden im Bezirk Gänserndorf verkauft, gefolgt von Wr. Neustadt (Stadt und Land) und Baden, St. Pölten Land und Mistelbach m. Mengensteigerungen von mehr als 20% sind in Niederösterreich ein eher neues Phänomen. „Sie kommen unter anderem von neuen Einfamilienhaussiedlungen, die nicht von den Bewohnern auf eigenem Grund errichtet werden, sondern von gewerblichen Bauträgern. Wenn diese an die Bewohner verkauft werden, finden wir Neubauten im Einfamilienhausmarkt, der bisher vor allem von Gebraucht-Immobilien geprägt war”, so Nenning.

Im blau-gelben Mittelfeld finden sich die Bezirke Neunkirchen (241 Verkäufe, +8,1%), Tulln (237, +20,9%), Bruck/Leitha (223, +8,3%), Mödling (209, +13,0%) und der Bezirk Korneuburg (194, -0,5%).

RE/MAX-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer.

Im blau-gelben Mittelfeld finden sich die Bezirke Neunkirchen (241 Verkäufe, +8,1%), Tulln (237, +20,9%), Bruck/Leitha (223, +8,3%), Mödling (209, +13,0%) und der Bezirk Korneuburg (194, -0,5%).

Für die Bezirke Krems und Amstetten gilt das oben erwähnte Einfamilienhaus-Neubau-Phänomen in besonderem Ausmaß: Plus 53,1% für Krems (Stadt+Land) und +46,4% für Amstetten samt Waidhofen/Ybbs. Das macht in Summe 173 Einfamilienhaus-Käufe in der Wachau-Metropole und 164 für das Zentrum des Mostviertels samt NÖ-Eisenwurzen. Auch der Bezirk Melk vermeldet 158 Einfamilienhaus-Verbücherungen (+33,9%), Gmünd 133 (+9,9%). Einbrüche verzeichnen die Bezirke Hollabrunn mit 126 Einfamilienhäusern (-20,3%), Waidhofen/Thaya mit 93 (-14,7%) und Horn mit 70 (-6,7%). Im Plus dagegen der Bezirk Zwettl mit 83 Einheiten (+20,3%). Lilienfeld kommt auf 69 Verkäufe, Scheibbs auf 56 und die Landeshauptstadt St. Pölten auf 42. Die Preisentwicklungen für Einfamilienhäuser in Niederösterreich zeigen mit Ausnahme von St. Pölten Land (-4,8%) ausnahmslos nach oben. Die höchste Preissteigerung mit +21,5% ist im Bezirk Hollabrunn zu verzeichnen.

Mödling beim Preis Spitzenreiter 

Unangefochtener Spitzenreiter beim typischen Preis für ein Einfamilienhaus bleibt den RE/MAX-Berechnungen zufolge – wie seit 2010 – der Bezirk Mödling, 2018 mit nahezu unveränderten 435.988 Euro (+0,2%).

Aufgrund der Preisentwicklung in Westösterreich ist Mödling im bundesweiten Bezirksranking vom vierten Platz 2017 hinter Kitzbühel, Innsbruck und Salzburg, auf den zehnten Rang 2018 zurückgefallen. 2018 sind auch Wien, Dornbirn, Feldkirch, Bregenz, Kufstein und Innsbruck-Land an Mödling vorbeigezogen, Salzburg-Umgebung ist nur knapp dahinter.

Wo wohnt man teuer, wo billig?

Spitzen-Quartett mit über einer Viertelmillion

Für ein Einfamilienhaus im Bezirk Tulln lautet der typische Preis 312.570 Euro (+10,3%), für Baden 295.259 Euro (+1,5%), für Korneuburg 282.008 Euro (+2,5%). Damit ist die Spitzenreitergruppe vollständig. Unter einer Viertelmillion liegt mit 243.695 Euro (+5,7%) Bruck an der Leitha, mit 235.236 Euro pro Einfamilienhaus St. Pölten-Land und mit 233.266 Euro (+15,1%) St. Pölten Stadt. Knapp beisammen beim Preis, trotz großem geografischem Abstand, liegen die Bezirke Wr. Neustadt (Stadt+Land) mit 211.703 Euro (+8,9%) und Amstetten inkl. Waidhofen/Ybbs mit 210.011 Euro (+11,4%).

Schnitt bei 205.000 Euro

Der typische Einfamilienhauspreis in Niederösterreich lag 2018 bei 205.611 Euro, das entsprach einer Preis- und Wertsteigerung von +8,1%. Unter dem Landesschnitt liegen die Einfamilienhaus-Preise in den Bezirken Gänserndorf mit 200.674 Euro (+18,8%), Scheibbs mit 189.450 Euro (+19,8%) und mit gut 20.000 Euro Abstand in Stadt und Land Krems mit 168.303 Euro (+1,8%). In Neunkirchen wechselten die Einfamilienhäuser für 156.600 Euro die Besitzer (+10,4%), in Melk für 153.141 Euro (+19,9%) und in Lilienfeld für 148.205 (+23,1%). Im oberen Wald- und Weinviertel finden sich Niederösterreichs Einfamilienhaus-Schnäppchen: Hollabrunn mit 123.654 Euro pro Einfamilienhaus (+21,5%) und Mistelbach mit 122.982 Euro (+5,5%) liegen knapp beisammen. Im Bezirk Horn sind die Preise deutlich billiger, im Schnitt 104.436 Euro (+11,0%). Aber richtig günstig wird es in den Bezirken Zwettl mit 91.719 Euro (+6,4%), Gmünd mit 81.411 Euro (+8,0%), oder in Waidhofen/Thaya mit 74.411 Euro pro Einfamilienhaus (+18,2%).