FERTIGHAUSTRÄUME

Erfolgsbilanz wird von Corona-Krise getrübt

Eigentlich hätte die österreichische Fertighausbranche allen Grund zum Jubeln – wäre da nicht die leidige Corona-Krise. Mit dem besten Ergebnis seit ewigen Zeiten im Rücken ist man aber für derart schwierige Zeiten gerüstet. Gut für die Unternehmen, aber auch für die bestehende und potenzielle Kunden.

Für die Mitgliedsfirmen des Österreichischen Fertighausverbandes war 2019 ein gutes Jahr. auch Corona wird man überstehen.

2019 war für den Österreichischen Fertighausverband ein gutes Jahr: Mit einem Plus von 5,6 Prozent bei den im In- und Ausland errichteten Ein- und Mehrfamilienhäusern und einem Zuwachs von 16,5 Prozent bei den großvolumigen Gebäuden haben die Mitgliedsfirmen des Fertighausverbandes deutlich mehr Umsatz erwirtschaftet. Ein Plus von 52 Millionen sorgte für einen Gesamtumsatz von 754 Millionen Euro. Geschäftsführer Mag. Christian Murhammer ist zufrieden: „Die deutlichen Zuwächse in allen Bereichen haben uns das beste Ergebnis seit 2010 beschert.“ 

Getrübt wird die Bilanz freilich von den Entwicklungen rund um die Covid-19-Krise. Das Virus hat auch in der Fertighausbranche praktisch von heute auf morgen für massive Verunsicherung gesorgt. Aber meistern werde man die Krise nicht zuletzt dank des hervorragenden Vorjahresergebnisses, ist Christian Murhammer überzeugt. „Das gute Geschäftsjahr 2019 und eine hohe Auftragslage für 2020 bewirken zweierlei: Zum einen können die Unternehmen des Fertighausverbandes wirtschaftlich gestärkt und damit stabil in die aktuelle Krise gehen. Und diese Situation gibt auch den Kundinnen und Kunden von unseren Mitgliedsunternehmen viel Sicherheit.“

Die Zahlen des Fertighausverbandes zeigen bei den Energiestandards der Häuser schon seit Jahren eine sehr erfreuliche Tendenz. „2019 kann aber auch bei den Energiestandards durchaus als ein historisches Jahr bezeichnet werden“, freut sich Christian Murhammer über das Ende der „Energiefresser“ unter den Häusern. „Es gibt praktisch keine Gebäude mehr, deren Energiekennzahl einen Verbrauch von über 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr ausweist: Exakt 99,62 Prozent der von unseren Mitgliedsunternehmen errichteten Häuser verbrauchen deutlich weniger Energie und fallen daher in die Kategorie Niedrigenergiehäuser!“ Das heißt auch: Die Fertigbaubranche kann bereits jetzt jene Vorgaben problemlos erfüllen, die von der EU ab 1. Jänner 2021 vorgeschrieben werden und nur noch so genannte „Null-Energie-Häuser“ für private Wohnbauten erlauben.

Zurück in die Bedeutungslosigkeit fällt indes auch das „Passivhaus“, das bei Fertighäusern nur noch auf einen Anteil von 0,38 Prozent erreicht.

Zu einem kleinen Comeback kommt es dafür im Bereich der Ausbaustufen: Das lange Zeit im Sinkflug befindliche „Ausbauhaus“ – der Anteil ging zwischen 2011 und 2018 von 19,6 auf 7,8 Prozent zurück – wurde 2019 wieder merkbar stärker nachgefragt. 11,6 Prozent der Fertighäuser wurden im Vorjahr wieder mit starkem Selbstbau-Anteil errichtet. Interessant auch: Die jahrelang dominierende Aubaustufe „Belagsfertig“ ist auf einen Anteil von 47,76 Prozent „geschrumpft“, während die schlüsselfertige Version mit 40,65 Prozent ziemlich konstant blieb.

Überall ein Plus

Die Mitgliedsfirmen des Österreichischen Fertighausverbandes errichteten im Vorjahr im Inland 2.693 Einfamilienhäuser – um 135 mehr als im Jahr davor. Beim Export ist ein Zuwachs von 658 auf 703 Häuser zu verzeichnen. Bei den großvolumigen Bauten stieg die Stückzahl von 120 auf 140 Objekte.