FERTIGHAUSTRÄUME

Wann ist ein Haus ein Fertighaus?

KR Roland Suter, der Präsident des Österreichischen Fertighausverbandes, sagt, welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit man wirklich von einem Fertighaus sprechen kann. 

„Die Vorteile des Fertigbaus dürften bereits so offensichtlich sein, dass immer mehr Bauunternehmen mit dem Begriff ,Fertighaus‘ werben, aber entweder ein konventionell gebautes Haus realisieren oder ein Gebäude, das den Mindestanforderungen der Fertighausnorm nicht entspricht“, sagt KR Roland Suter.
Die Vorteile des Fertigbaus sind die Kombination eines ganzen Bündels von Kriterien.

„Das Herausgreifen eines Elements, wie beispielsweise der Fixpreisgarantie, macht aus einem Bauvorhaben kein Fertighaus!“ Dennoch werde versucht, Attribute des Fertigbaus zu kopieren und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, ohne das Gesamtpaket der Vorteile wirklich anbieten zu können.

Das besteht unter anderem aus der ÖNORM B 2310, die den Begriff „Fertighaus“ und die Leistungsumfänge der Ausbaustufen „Schlüsselfertig“, „Belagsfertig“ und „Ausbauhaus“ definiert.

Das Material ist zweitrangig: Fertighäuser können in Holz-, Beton- oder Ziegelbauweise errichtet werden. Wesentlich ist, dass die großflächigen Wand-, Decken- und Dachelemente in einer Produktionsanlage vorgefertigt und in einem möglichst hohen Vorfertigungsgrad auf die Baustelle transportiert werden. Die Mitglieder des Fertighausverbandes dokumentieren laufend die Qualitätsstandards und werden zusätzlich durch akkreditierte Prüfinstitute überwacht. Da Fertighäuser rasch gebaut werden, können die Hersteller einen Fixpreis für die Dauer von zwölf Monaten garantieren. 

Fertighausunternehmen treten häufig als alleiniger Ansprechpartner auf, was für den Bauherrn weniger Koordinationsaufwand und ein einfacheres Projektmanagement bedeutet. Gebäude, die den Leistungsumfang "Ausbauhaus" unterschreiten oder nicht aus vorgefertigten Elementen bestehen, dürfen nicht als Fertighäuser bezeichnet werden.