FERTIGHAUSTRÄUME

Fertighausmarkt: Neue Lösungen gefragt

Schlüsselfertig holt auf, Belagsfertig bleibt aber die beliebteste Ausbaustufe.

Eine aktuelle Studie der Interconnection Consulting prophezeit der Fertighausbranche eine durchaus erfreuliche Zukunft. Geschäftsführer Frederik Lehner ortet bei den Baugenehmigungen einen regelrechten Boom. „Im Vergleich zu 2013 wird es 2020 bei den Baufertigstellungen praktisch eine  Verdopplung geben.“  Den Hauptanteil daran hat der mehrgeschoßige Wohnbau mit zweistelligen Zuwachsraten, aber auch der Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser steigt um rund 4%.

Stabil bleibt die Fertighaus-Quote: Die pendelt seit vielen Jahren rund um 34,6%. Den Grund dafür sieht Frederik Lehner in der Tatsache, dass „die Anbieter von Massivhäusern immer mehr die Vorteile eines Fertighauses kopieren“. Für 2017 hat die Interconnection 4.969 errichtete Fertighäuser errechnet, für 2020 wird eine Steigerung auf 5.425 prognostiziert.

Weitere Ergebnisse der Studie: Belagsfertig bleibt mit 41% die dominierende Liefervariante bei den Fertighäusern, obwohl „schlüsselfertig“ immer beliebter wird und bereits einen Anteil von fast 30% erreicht. Passivhäuser sind stark rückläufig, und der Osten Österreichs bleibt nach wie vor der mit Abstand größte Fertighausmarkt. 

Dass sich die Fertighausfirmen trotz aller erfreulichen Prognosen nicht ausruhen können, bestätigt Gerhard Schuller, Geschäftsführer von Branchenleader ELK. „Die  Industrie muss sich modernisieren und öffnen, immer einen Schritt voraus sein“, sagt er. 

Die Fertighausquote bleibt seit Jahren ziemlich stabil um die 34,6%.

Fakt ist, dass Grundstücke und Häuser kleiner werden (müssen) und deshalb optimale Raumkonzepte immer wichtiger werden, dass neue Energiekonzepte – die Kombination Wärmepumpe/Fußbodenheizung hat die Gas/Radiator-Lösungen abgelöst – und der Trend zu mehr Technik im Haus den Preis der Häuser in die Höhe treiben, das Dienstleistungsangebot immer wichtiger wird und auch das Käuferverhalten sich stark verändert hat. 

„Es wird entscheidend sein, ob es uns gelingt, auf dieses veränderte Käuferverhalten zu reagieren und andere Vertriebswege zu finden“, sagt Schuller. Immer wichtiger wird jedenfalls das Internet, auch wenn nach wie die Fertighäuser in der Regel in den Musterhausparks gekauft werden. Frederik Lehner: „Entschieden und vorselektioniert wird aber stark im Internet, das bereits bei über 90% der Entscheidungen eine wesentliche Rolle spielt!“

ELK-Geschäftsführer Schuller ortet einen weiteren Trend: „Die Kunden haben immer mehr Interesse an All-in-Lösungen.“ Dazu zählen sehr weit entwickelte, aber preisoptimierte Häuser. Die Individualität rückt dabei offenbar in den Hintergrund: ELK hat eine Serie mit Häusern auf den Markt gebracht, die bestens ausgestattet und trotzdem äußerst günstig, allerdings kaum veränderbar sind. „Die Serie trifft den Bedarf der Kunden aber anscheinend sehr gut, denn sie sehen gar keine Notwendigkeit, etwas zu verändern“, sagt Schuller. „Binnen weniger Monate haben wir davon 150 Häuser verkauft.“

ELK sieht den Herausforderungen der Zukunft gelassen entgegen, denn  auch ansonsten macht der Branchenleader seine Hausaufgaben offenbar sehr gut. ELK hat um 15% zugelegt – in einer Phase, in der der Markt insgesamt um nur 4% gewachsen ist.