FERTIGHAUSTRÄUME

Vario-Haus: Fit für 2021

Bis heute ist nicht ganz klar, wie die EU-Gebäuderichtlinie 2020 in Österreich umgesetzt wird. Sicher ist: Ab dem 1. Jänner 2021 müssen sämtliche Neubauten als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden. „Fertighäuser haben da gute Karten, denn sie werden schon heute fast immer als Niedrigstenergiehäuser hergestellt und das noch dazu mit einem - im Vergleich zu Massivhäusern - sehr niedrigen Energieverbrauch bei der Herstellung“, erläutert Josef Gruber, Gründer und Geschäftsführer des niederösterreichischen Fertighausherstellers Vario-Haus.

Die Häuser von Vario-Bau erfüllen die Vorgaben der EU Richtlinie.

Die EU-Gebäuderichtlinie wurde zwar bereits 2010 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht, eine Umsetzung gibt es aber bis dato nicht. Die Richtlinie hält fest, dass zukünftig nur noch sogenannte „Nearly Zero Energy Buildings“ – auf Deutsch „Niedrigstenergiehäuser“ – gebaut werden dürfen. Außerdem sollen die Investitionskosten ins Verhältnis zu den eingesparten Energiekosten während der Lebensdauer des Gebäudes gesetzt werden. Genaue Definitionen für diese recht allgemeinen Formulierungen obliegen den einzelnen Mitgliedsstaaten.

In Österreich existiert bisher nur ein Fahrplan bis 2020 – der sogenannte „nationale Plan“, dem zufolge die Gesamtenergieeffizienz neu errichteter Gebäude schrittweise verbessert werden muss.

Fertighäuser – wie jene von Vario-Haus – werden bereits heute extrem energieeffizient als Niedrigstenergie oder Passivhäuser gebaut. Niedrigstenergiehäuser haben derzeit einen Heizwärmewert von 20 - 40 kWh/m² pro Jahr. Der Energiebedarf für das Heizen ist um etwa ein Drittel niedriger als bei einem Niedrigenergiehaus. Der verbliebene Energiebedarf wird meist durch erneuerbare Energieträger abgedeckt. Ein Passivhaus hat sogar einen Heizwärmewert von unter 15 kWh/m² pro Jahr. „Zwar werden auch Massivhäuser bereits oft als Niedrigstenergiehäuser gebaut, sie haben aber einen entscheidenden Nachteil“, erklärt Gruber: „Sie haben einen sehr hohen Energiebedarf bei der Herstellung und somit einen höheren Gesamtenergieverbrauch.“ Dieser entsteht unter anderem durch das Erzeugen von Zement und dem Brennen der Ziegel. Bei Fertighäusern hingegen bindet das verwendete Holz das CO2 und das führt zu einem deutlich geringeren Emissionsausstoß sowie einem geringeren Energieverbrauch in der Produktion.

Holz senkt aber nicht nur den Energiebedarf bei der Herstellung, es hilft auch beim Dämmen und senkt damit den laufenden Energieverbrauch. Fichtenholz hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,13 Watt pro Quadratmeter und Kelvin und wird durch Holzweichfasern oder Steinwolle in den Zwischenräumen ergänzt. Daraus folgt, dass in einem modernen Fertighaus die Wärme wesentlich langsamer nach außen oder nach innen abgegeben wird als in einem Massivhaus bei gleicher Wandstärke. „Gemeinsam mit einer guten 3-Scheiben-Isolierverglasung und einem intelligenten Wandaufbau lässt sich mit Holz eine hervorragende Dämmung erzielen“, so der VARIO-HAUS-Chef.

Fertighäuser bestehen zu etwa 30 Prozent aus Holz, die tragende Konstruktion sogar zu 100 Prozent. Im Fall von VARIO-HAUS handelt es sich dabei um PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)-zertifiziertes Fichtenholz, das zum überwiegenden Teil aus dem Waldviertel oder aus der Steiermark stammt. „Für ein Haus mit etwa 140 Quadratmetern braucht man ungefähr zehn Bäume“, erläutert Gruber. „Alle 90 Sekunden wächst das Holz für ein Fertighaus in Österreich wieder nach. Es ist also ein sehr nachhaltiger Baustoff.“

 „Außerdem zeichnen sich moderne Fertighäuser in Holzrahmenbauweise heute auch dadurch aus, dass sie eine in der ÖNORM definierte Lebenserwartung von zumindest 100 Jahren haben und somit einem Haus in konventioneller Bauweise um nichts nachstehen“, so VARIO-HAUS-Chef Josef Gruber. „Holz wird also zurecht als Baustoff der Zukunft betrachtet.“